Anlässlich der Herbstausfahrt der Ausrückungsformation des Vorarlberger Landeskameradschaftsbundes (Präsident Oberst OAR Alwin Denz, Vizepräsident/ÖSK-Landesgeschäftsführer Oberst Prof. Erwin Fitz, Landesfähnrich/Bezirksobmann Günter Schreilechner mit Landesmarketenderin Edith Tomberger und Landesstandarte) ins Judikariental/Welschtirol erlebten die Delegationsteilnehmenden einige besondere Momente aktiver Friedens- und Gedenkarbeit sowie gelebter, grenzübergreifender Kameradschaft.
Nach einem Zwischenstopp an der Pontlatz-Brücke mit dem Bronzeadler in Fließ, die 1703 und 1809 Schauplatz blutiger Kampfhandlungen zwischen Tiroler Schützenaufgeboten sowie Bayern und Franzosen war, erfuhren die Vorarlberger KameradInnen im Festungsmuseum Nauders von Vizebürgermeister Karl Ploner viel Interessantes über das 1834-1840 unter den Kaisern Franz I. und Ferdinand I. erbaute, einzig vollständig erhaltene Sperrfort mit 70 Räumen auf 5 Stockwerken auf österreichischem Boden zum Schutz der Südgrenze Tirols, als Zeitzeugin der Kriege 1848, 1859, 1866, 1915-1918 und 1939-1945. Die besonderen Darstellungen und Objekte in den museal genutzten Kasematten, im Waffenhof und in den verschiedenen Geschützstellungen geben einen authentischen Eindruck vom Leben der Soldaten im 19. und 20. Jahrhundert sowie über die engagierte Arbeit der Museumsverantwortlichen.
Nach einer Stärkung im Restaurant Mendelhof in Bozen erreichten die Reiseteilnehmenden schließlich das Tagesziel Bondo, in dem ehemals auch das Kommando des Standschützenbataillons Bezau situiert war, und nahmen Unterkunft im bekannten Hotel da Emilio.
Beim Denkmal des 1915 errichteten k.u.k. Kriegerfriedhofes Bondo fand dann zu abendlicher Stunde unter Mitwirkung des Bürgermeisters der Gemeinde Sella Giudicarie, Franco Bazzoli, und einzelner seiner Vorgänger im Amt sowie Gemeinderat Massimo Valenti, einer Abordnung der Schützenkompanie Roncone mit Dolmetscherin Manuela Sartori sowie der VLKB-Ausrückungsformation die feierliche Kranzniederlegung für die 697 Gefallenen statt, die zum Heer Kaiser Franz Joseph I. zählten und im Judikariental, zwischen den Flüssen Chiese und Sarca, gefallen sind. Oberst Prof. Erwin Fitz und Oberst Alwin Denz sprachen dabei völkerverbindende Worte des Gedenkens und legten einen Kranz des Österreichische Schwarzen Kreuzes-Kriegsgräberfürsorge nieder.
Am Morgen des Folgetages stand eine Führung von Militärhistoriker Oberst Prof. Erwin Fitz durch das Werk Larino-Lardaro in Roncone mit multisensorischen Erlebnissen und ein Besuch des Schützenhauses der Schützenkompanie Roncone auf dem Programm.
Das Fort (800 m ü.M.) verfügte über neun 15-cm-M.61-Kanonen, sieben 9-cm-M75-Kanonen, sechs abgeschirmte Gewehre mit Schäften und vier 30-cm-Reflektoren, die mit Acetylen betrieben wurden. Der Komplex hat eine Fläche von 1.000 m² und besteht aus einer Kasemattenbatterie, zwei Erdbatterien sowie einem Lager- und Kasernengebäude. Auf der Süd- und Ostseite befinden sich die Schützengräben und Bunkeranlagen, am restlichen Perimeter die Geschützschlitze.
Auch wenn es zwanzig Kilometer von der ehemaligen Grenze zum Königreich Italien entfernt liegt, war dies eine von drei führenden Befestigungsanlagen (Larino, Reveglér und Danzolino), die zwischen 1860 und 1862 errichtet wurden, um das Tal der Kirchen (Valle del Chiese) gegen einen möglichen italienischen Angriff zu verteidigen.
Hierauf erfolgte die Auffahrt zum Werk Corno in Daone, welches zwischen 1883 und 1890 auf einem felsigen Sporn auf 1.068 Metern mit Schießscharten erbaut wurde und in 5 Stockwerken über 54 gut erhaltene Räume (Magazine, Schlafsäle, Geschützräume mit sechs 12-cm-Kanonen sowie ab 1910 mit 10-cm-Haubitzen in einer drehbaren, gepanzerten Kuppel) für bis zu 160 Soldaten verfügt.
Das Fort eröffnet einen spektakulären Blick auf die Terrasse von Brenta bis zum Idrosee und war durch einen ausgebauten Weg entlang der Felswand „Doss dei Morti“ mit dem Werk Larino und dem Talboden verbunden.
Gegen Mittag besichtigte die Delegation aus Vorarlberg das Adamello-Front-Kriegsmuseum in Spiazzo, das 1973 von den Cousinen Giovanni Pellizzari und Sergio Collini zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten begründet wurde. Das Museum enthält eine große Sammlung von Artefakten der Historisch-Kulturlichen Vereinigung des Adamellina-Weißen Krieges 1915–18, die während des Ersten Kriegskriegs auf den Gletschern des Adamello & Carè-Alto zurückgelassen wurden.
Nach dem stärkenden Mittagessen im Casa Moresc Ristorante Sapore und der herzlichen Verabschiedung der Dolmetscherin Manuela Sarori sowie einem Zwischenstopp beim k.u.k. Soldatenfriedhof in Spondinig, der 1915 für über 150 Opfer des Ersten Weltkrieges angelegt wurde, welche als Soldaten verschiedener Nationalität am Stilfserjoch-Frontabschnitt ihr Leben hingaben, erfolgte die Rückfahrt der überaus beeindruckten KameradInnen nach Vorarlberg.























